Naturschutzgebiebt "Brachter Wald"

DepotBis vor 1997 war das Naturschutzgebiet "Brachter Wald", mit ca. 1.250 Hektar und einem Zaun von 21km Länge das größte Munitionsdepot in Westeuropa.
Die 3 BAD (3rd Base Ammunition Depot) wurde 1939 in England als britische Munitionsnachschubeinheit gegründet und begleitete die Alliierten über Nordafrika und Frankreich bis Deutschland.
Als nach Beendigung des 2ten Weltkrieges und Gründung der Bundesrepublik Deutschland der Kalte Krieg eingeleutet wurde, nutzten die Engländer unter der NATO dieses Reservoir für 44 Jahre lang um im Ernstfall die Streitkräfte zu versorgen.
Zum Schutz dienten die ansässigen Fliegerhorste in Elmpt, Laarbruch und Wildenrath.

Eine Wirtschaftlichkeitsstudie kam 1994 zum Entschluß einen Teilrückzug aus Deutschland zu realisieren womit der Standort im Brachter Wald aufgegeben wurde.
Die englische Rheinarmee lies bei der Räumung nur noch ein paar wenige Verwaltungsgebäude zurück, die heute zu einem Campingplatz mit angeschlossener Gastronomie und einer Indoorspielhalle (Gajatana) umfunktioniert wurden.

Die militärische Nutzung, und die damit verbundene regelmässige Mähung des Grases zur Verminderung von Explosions- und Brandgefahr, hat durch den damit entstandenen Magerboden eine vielfältige Wald- und Heidelandschaft hinterlassen, die Lebensraum für Schwarz- und Rotwild und viele seltene Pflanzen ist.

Inzwischen hat die Nordrhein-Westfalen-Stiftung für Naturschutz das Gebiet erworben und durch die Biologischen Station Krickenbecker Seen erschlossen.

Mittlerweile hat man durch 6 Zugänge und ein insgesamt 32 Kilometer langes Wander- und Radwegenetz für Erholungs-suchende erschlossen.
Die Wege wurden so ausgewählt, dass beim Besuch des Gebietes beobachtet werden kann, gleichzeitig aber Störungen für die Flora und Fauna vermieden werden. Daher ist zu beachten, dass das Wandern und Radfahren nur auf den besonders markierten Wegen gestattet ist.

ErikaAuf dem grünen Rundwanderweg befindet sich ein ca. 100 Meter langer Holzbohlenweg der über einen ehemaligen Splitterschutzwall führt und einen Panorama-Blick über die umliegenden Heideflächen und Wälle bietet.